Author: Des facultés sur le front du droit

Studentische Lebenswege

Das Recht der studentischen Soldaten aus Belgien

Die deutsche Invasion im August 1914 trieb einen Teil der Studentenschaft in den Militärdienst. Sie waren gezwungen, ihre universitäre Ausbildung zu unterbrechen. Die Notwendigkeiten des Krieges behinderten in den ersten Monaten nach der deutschen Invasion die Wiederaufnahme einer strukturierten intellektuellen Tätigkeit. Erst ein Jahr später, im September 1915, wurde in der Armee unter den Einberufenen der Wunsch nach einer Wiederaufnahme des Studiums laut. Dieser Wunsch wurde von den Hilfskräften des medizinischen Dienstes der Armee geäußert, die keine Gelegenheit hatten, die letzte Prüfung für den Doktortitel in Medizin abzulegen, und die gerne eine Prüfungskommission organisiert sehen würden, damit sie ihre Ausbildung vervollständigen und ihr Diplom erhalten konnten. Das Kriegsministerium legte sein Veto ein : Die Organisation einer Prüfungskommission für Studenten des dritten Doktorats in Medizin sei mitpour lire la suite…

Studentische Lebenswege

Die Studenten der juristischen Fakultät von Lyon im Ersten Weltkrieg

Am Vorabend des ersten Weltkrieges, steht die junge Lyoner Staatsfakultät, mit fünfzehn ordentlichen Lehrern und seinen 585 Studenten, im mittleren Rang unter den französischen juristischen Fakultäten. Seine Gründung ist damals allerdings noch relativ jung. Es bedurfte das Gesetz von 1875 über die Freiheit der Hochschulbildung und die Aussicht, die alte Hauptstadt Galliens zum Sitz einer katholischen Rechtsfakultät zu machen, die von monarchistischen und sehr konservativen Lyonern geleitet wurde, damit sich die Gründung der staatlichen Fakultät in den Augen der republikanischen Politiker endlich als Selbstverständlichkeit durchsetzen konnte. Die junge Universität, die zunächst im Herbst 1875 hastig improvisiert wird, findet schnell ihr Publikum. Ganz klassisch für eine provinzielle Fakultät, besteht ihre Studentenschaft aus junge Menschen aus an die Departement Rhone angrenzenden Departements : Ain, Drôme, Ardèche und Loire.pour lire la suite…

Studentische Lebenswege

Porträts von Toulouser Studenten im Krieg

In Toulouse findet der erste Vorlesungsanfang seit Kriegsbeginn am 9. November 1914 statt. Es wird „unter normalen Bedingungen“ durchgeführt, wie es der Dekan Maurice Hauriou seinen versammelten Kollegen berichtet. Dennoch zeichnen die Zahlen ein anderes Bild. Während im Jahr 1913 1.032 Studenten eingeschrieben sind, sind es 1914 nur 295. 1916 werden es nur noch 175 sein, und auch wenn der Anstieg in den letzten Kriegsjahren wieder einsetzt, wird die Schwelle von tausend Anmeldungen erst 1930 wieder überschritten. Die juristische Fakultät von Toulouse wird vom Ausbruch der Feindseligkeiten mit voller Wucht betroffen. Während viele bereits mobilisiert und in Regimente eingegliedert werden, wird von den im Hinterland gebliebenen erwartet, dass sie sich auch mobilisieren. Für die Mobilisierungsbefreiten wie für die jüngeren Studenten, die noch nicht mobilisiert werden können,pour lire la suite…

Studentische Lebenswege

Jurastudenten im Ersten Weltkrieg

Im 19. Jahrhundert gehören stammen die Jurastudenten der Pariser Fakultät aus der Mittel- und Oberschicht. Bei einem Fünftel von ihnen ist der Vater selbst Jurist (Richter, Anwalt, Notar usw.) ; 40  % der Studenten sind Söhne von Grund- oder Immobilienbesitzer oder Rentiers, 13  % sind Söhne von Händlern, Kaufleuten oder Fabrikanten, 11  % von Beamten, 4  % von Ärzten oder Apothekern und 3,5  % von Lehrern. Anders als in den Fakultäten für Medizin, Literatur oder Naturwissenschaften stammen die Jurastudenten viel öfter aus Paris selbst und aus dem Departement Seine (22  %), und seltener aus der Provinz, was auf den materiellen Wohlstand der Familien hinweist. Schließlich, während am Ende des Jahrhunderts 80  % der Medizinstudenten am linken Seine-Ufer und 19,4  % am rechten Seine-Ufer leben, leben ein Drittel der Jurastudenten am rechten Seine-Ufer und zwei Drittelpour lire la suite…

Studentische Lebenswege

Studentische Lebenswege

9 November 202210 November 2022 Des facultés sur le front du droitStudentische Lebenswege Jurastudenten im Ersten Weltkrieg Im 19. Jahrhundert gehören stammen die Jurastudenten der Pariser Fakultät aus der Mittel- und Oberschicht. Bei einem Fünftel von ihnen ist der Vater selbst Jurist (Richter, Anwalt, Notar usw.)  ; 40   % der Studenten sind Söhne von Grund- oder Immobilienbesitzer oder Rentiers, 13   % sind Söhne von Händlern, Kaufleuten oder Fabrikanten, 11   % von Beamten, 4   % von Ärzten oder Apothekern und 3,5   % von Lehrern. Anders als in den Fakultäten für Medizin, Literatur oder Naturwissenschaften stammen die Jurastudenten viel öfter aus Paris selbst und aus dem Departement Seine (22   %), und seltener aus der Provinz, was auf den materiellen Wohlstand der Familien hinweist. Schließlich, während am Ende des Jahrhunderts 80   % der Medizinstudenten am linken Seine-Uferpour lire la suite…

Fakultäten an der Front des Rechts

Menschen im Krieg

Im Buch Die Schlafwandlern. Sommer 1914 wie Europa in den Krieg gezogen ist (Deutsche Verlags-Anstalt, 2013) zeigt der Historiker Christopher Clark, wie die europäischen Staatsmänner, die jeweils in einseitig rationalen politischen und institutionellen Strategien gefangen waren, kollektiv in den Ersten Weltkrieg hineingezogen wurden. Rückblickend stellt sich die Frage, ob es die Menschen sind, die die Institutionen in diesem Rechtskrieg involviert haben, oder ob es umgekehrt die Institutionen sind, die ihre Mitglieder mobilisiert haben. Da diese Bewegung letztlich weitgehend kreisförmig erscheint, interessiert sich dieser Teil der Ausstellung für die Beteiligung dieser spezifischen Kategorie der Kriegsbevölkerung, nämlich der Rechtsprofessoren und ihrer Studenten (französische und ausländische, Männer und Frauen), um die Vielfalt der kollektiven und individuellen Verpflichtungen gegenüber den Kriegsanstrengungen der mobilisierten Nationen aufzudecken ; einschließlich des spezifischeren Problems,pour lire la suite…

Die Fakultäten im Sog der Geschichte

Raymond Thamin (1857-1933) : Memoiren des Rektors der Akademie von Bordeaux im Ersten Weltkrieg

Wer als Historiker, sich in die Geschichte der juristischen Fakultät von Bordeaux während des Ersten Weltkriegs vertieft, begegnet unweigerlich eine charismatische und doch verkannte Figur, die dennoch eine wichtige öffentliche Persönlichkeit in der Geschichte der Dritten Republik war. Raymond Thamin, Rektor der Akademie von Bordeaux während des Ersten Weltkriegs, war ein brillanter Intellektueller mit einer außergewöhnlichen Karriere. Er studierte an der École normale supérieure (1877), wurde agrégé in Philosophie (1880) und erhielt die Doktorwürde in Literatur mit einer Dissertation über Den heiligen Ambrosius und die christliche Moral im 6. Jahrhundert (1896). Er wird Dozent an der Philosophischen Fakultät (1884) und Professor am Lycée Condorcet in Lyon (1894), Autor insbesondere eines Buches in der Philosophie der Pädagogik mit dem Titel „L ‘éducation et le positivisme“, daspour lire la suite…

Die Fakultäten im Sog der Geschichte

Die Universitätsbibliothek von Lille im Ersten Weltkrieg

Historie und Funktionsweise Vor 1887 sind die Fakultäten für Recht und Literatur sowie ihre Bibliotheken in Douai beheimatet, unweit von Lille. 1887 schließen sich die beiden Fakultäten den Fakultäten für Naturwissenschaften und Medizin in Lille an, wobei die Bibliotheken schon in Verbindung miteinander stehen. Die vier Fakultäten wurden 1896 in der Universität Lille vereint. 1914 wurde die Universitätsbibliothek in einem neuen Gebäude untergebracht, das 1907 eingeweiht wurde. Dieses Gebäude wurde speziell als Bibliothek konzipiert und entspricht den professionellen Standards der Zeit. In den Jahren 1903-1904 hatte der Direktor der Bibliothek Paul Vanrycke, eine Studienreise nach Deutschland (einschließlich Straßburg), Belgien und den Niederlanden, um sein Projekt zu planen. Das Gebäude ist 1.570 m² groß. Der Lesesaal wird von einem Glasdach beleuchtet und verfügt über 125 Plätze. Hinzu kommen einpour lire la suite…

Die Fakultäten im Sog der Geschichte

Die Bibliothek der juristischen Fakultät von Paris im Ersten Weltkrieg

Als der Krieg anfang August 1914 ausbricht ist die Bibliothek der juristischen Fakultät von Paris eine funktionnelle und gut eingespielte Einrichtung, die sich in einer Entwicklungsdynamik befindet (zum Vergleich siehe Artikel über die Bibliothek von Toulouse). Ihre Entwicklung begann achtunddreißig Jahre zuvor, mit der Ernennung ihres ersten professionellen Bibliothekars Paul Viollet im Jahr 1876. Diese Ernennung entsprach dem Wunsch, die Struktur aus ihrem embryonalen Zustand herauszuholen. Sie ging mit architektonischen Konstruktionen und einer Erhöhung der Budgets und der Belegschaft einher. So wuchs die Bibliothek zwischen 1876 und 1914 unter der Leitung von Viollet von 20 auf fast 300 Sitzplätze und von 15.000 auf 112.000 Bücher. Auch die Zeitschriftenabonnements steigen von einigen Dutzenden auf 600. Das Personal wächst von zwei auf zehn Mitarbeiter. Auch zusätzliche Lesesäle und Magazinepour lire la suite…

Die Fakultäten im Sog der Geschichte

Die Universitätsbibliothek von Toulouse und ihre Rechts- und Literaturabteilung im Ersten Weltkrieg

Um das Niveau der Hochschulbildung des Landes zu erhöhen, und Angesichts der zentralen Rolle, den Bibliotheken darin spielen, unternahm die Dritte Republik, durch zahlreiche Vorschriften die Universitätsbibliotheken neu zu organisieren. In Toulouse führen diese Bemühungen 1879 zur Schaffung einer einheitlichen Universitätsbibliothek. Aber erst 1891 gelangt sie zu ihrer endgültigen Struktur, mit zwei geographisch getrennten Abteilungen, mit der sie vier Fakultäten bedient : Medizinwissenschaften in den Allées St. Michel und Recht und Literatur in den Räumen der juristischen Fakultät, heute „alte Fakultäten“ benannt. Bald wird es zu eng für die Abteilungen des Rechts und der Literatur, die 1910 in die 56 rue du Taur umziehen, in den Räumlichkeiten des ehemaligen Priesterseminars niederzulassen. Die dortige Einrichtung umfasst einen 32 mal 9 Meter großen Lesesaal mit einer Galerie mit Blickpour lire la suite…